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Themenschwerpunkt Kinder, Jugendliche & Familien

Wie können Kinder, Jugendliche und Familien in ihrer Vielfalt und mit ihren unterschiedlichen Herausforderungen gut begleitet werden? Vor welchen Herausforderungen stehen Therapeut*innen im Rahmen weitereichender Digitalisierung? Im Fokus stehen die Stärkung von Selbstwirksamkeit, die Unterstützung von Eltern sowie die Zusammenarbeit mit Lehrkräften und anderen Bezugspersonen. Auch Fragen der Versorgung, Mehrsprachigkeit und Teilhabe von Menschen mit intellektuellen Beeinträchtigungen werden beleuchtet.

ADHS im Erwachsenenalter ist inzwischen ein fester Bestandteil der ambulanten psychotherapeutischen Versorgung. Die Versorgungskapazitäten reichen jedoch nicht aus, um den Bedarf zu decken. Das Gruppensetting bietet hier eine evidenzbasierte und versorgungspolitisch dringend benötigte Antwort, da sich Psychoedukation, Fertigkeitentraining und die Erfahrung, mit ADHS nicht allein zu sein, wirkungsvoll ergänzen.

Der Workshop stellt ein offenes, fortlaufendes Gruppenkonzept für erwachsene ADHS-Patientinnen und -Patienten vor, das auf etablierten kognitiv-verhaltenstherapeutischen und DBT-orientierten Manualen basiert, etwa von Safren et al., D'Amelio et al., Hesslinger et al., Ramsay & Rostain. Das Konzept ist speziell für die vertragspsychotherapeutische Regelversorgung adaptiert worden. Die modulare Struktur umfasst Themen wie Organisation und Zeitmanagement (mit Wochenplanung, Priorisierung, Salami- und Pomodoro-Technik), Aufmerksamkeitssteuerung und Hyperfokus, Anspannungs- und Emotionsregulation, Gedanken und Selbstwert, Impulskontrolle und Verhaltensanalyse sowie Lebensstil und R࿌kfallprophylaxe (mit Schlaf, Bewegung und Frühwarnzeichen).

Nach einem Überblick über Format, Sitzungsarchitektur und die Module werden ausgewählte Inhalte vertieft, darunter die Anspannungs-Leistungs-Kurve als zentrales psychoedukatives Modell der Selbststeuerung, inklusive einer Kleingruppen࿋ung zur eigenen Vermittlung. Ergänzend werden Indikationsstellung, der Umgang mit den Besonderheiten des offenen Formats wie Onboarding, Kohäsion und Dropout-Prävention sowie die Umsetzung in der vertragspsychotherapeutischen Regelversorgung thematisiert.

Der Workshop richtet sich an approbierte Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, insbesondere aus dem Bereich der Verhaltenstherapie, an PiA und PtW in fortgeschrittener praktischer Ausbildung sowie an Kolleginnen und Kollegen aus Institutsambulanzen. Gruppenerfahrung ist hilfreich, aber keine Voraussetzung.

Komplexe Traumafolgestörungen im Kindes- und Jugendalter wirken sich massiv auf die Entwicklung und Teilhabe der Betroffenen aus – und können uns psychotherapeutisch vor Herausforderungen stellen: Impulsdurchbrüche, Schlafstörungen, Flashbacks, Schulvermeidung stellen nur eine kleine Auswahl der möglichen Folgen dar. Im Rahmen des Behandlungsprogrammes Trauma First werden seit 2018 jährlich etwa 60 Kinder und Jugendliche im Rahmen eines multimodalen Ansatzes in Einzel- und Gruppensetting behandelt. In dem Workshop soll das praktische Vorgehen mit Kindern ab dem 3. Lebensjahr bis ins Heranwachsendenalter vorgestellt und anhand von Fallbeispielen praktisch aufgezeigt werden. Als Konfrontationsmethode wird IRRT angewendet, sowohl in sensu oder als entwicklungsangepasstes Vorgehen mit Kuscheltieren, Playmobilfiguren, Comics u.ä. Im Workshop sind Teilnehmer*inne aller Erfahrungslevels willkommen.

Mädchen*, Frauen* und alle Personen, die sich als weiblich identifizieren, sind nicht nur Opfer von Aggressionen und Gewalt; viele sind auch selbst aggressiv und manche gewalttätig. Das belegen Fallberichte, Ergebnisse von qualitativen Interviews sowie breit angelegte Dunkelfeldstudien (z.B. LeSuBiA, 2026). Aggressionen von Mädchen* und Frauen* werden oft „übersehen“, weil sie z.B. dem ‚weiblichen Rollenstereotyp‘ widersprechen. Wohl auch darum werden das Aggressionsniveau und die Gewaltbereitschaft von Mädchen* und Frauen* tendenziell unterschätzt mit der Folge, dass darüber in der psychosozialen Beratung oder in der Psychotherapie nicht gesprochen wird. Wir wollen mit diesem Symposium diese Themen aufnehmen und uns mit Fragen nach den Hintergründen von Aggressivität und Gewalttätigkeit bei Mädchen* und Frauen* auseinandersetzen. Zentral sind hier Fragen danach, wie sich die destruktiven Impulse dieser Mädchen* und Frauen* in der psychosozialen Beratung bzw. der Psychotherapie umwandeln lassen in positive Energien, die sie empowern bei der Suche nach konstruktiven Lösungen ihrer Lebenssituationen.

Referate

Titel: Unter dem Radar: Forschungsergebnisse zu aggressivem Verhalten von Mädchen und Frauen aus sozialpsychologischer Sicht

Wenn es um die Bedeutung des Geschlechts in aggressiven Interaktionen geht, stehen sowohl in der Forschung als auch in der gesellschaftlichen Diskussion männliche Täterschaft und weibliche Opfererfahrungen im Mittelpunkt. Auch wenn diese Perspektive auf Basis von Prävalenzdaten aus unterschiedlichen Bereichen begründet ist, sollte sie den Blick auf aggressives Verhalten von Mädchen und Frauen, sowohl untereinander als auch gegenüber Jungen und Männern nicht verstellen. In diesem Beitrag wird der Stand der Forschung zu aggressivem Verhalten von Mädchen und Frauen zusammenfassend präsentiert. Ausgehend von Daten zum Verbreitungsgrad wird ein besonderes Augenmerk auf aggressives Verhalten in Paarbeziehungen gelegt (dating aggression, intimate partner violence), in denen weibliches Täterinnenhandeln seit einiger Zeit systematisch untersucht wird. Zudem werden theoretische Ansätze zur geschlechtsspezifischen Entwicklung und Erklärung aggressiven Verhaltens präsentiert.

Barbara Krahé, Prof Dr. für Sozialpsychologie an der Uni Potsdam, im Ruhestand

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Titel: Umgang mit aggressivem und gewalttätigem Verhalten von Mädchen und weiblichen Jugendlichen in Beratung und Psychotherapie

Mädchen und weibliche Jugendliche werden in psychosozialen Kontexten noch immer vor allem als Opfer von Gewalt wahrgenommen. Deutlich weniger sichtbar ist, dass sie selbst aggressiv und mitunter gewalttätig handeln – verbal, relational und körperlich – und an wechselseitigen Gewaltbeziehungen beteiligt sind. Relationale Aggression, Anerkennungskämpfe und biografische Belastungen (z.B. eigene Opfererfahrungen) bleiben in Diagnostik und Behandlung oft untererfasst oder werden ausschließlich als Reaktion verstanden.

Der Beitrag fasst zentrale Forschungsergebnisse zu Aggression bei Mädchen und jungen Frauen zusammen und richtet den Fokus konsequent auf die Praxis:

(1) Wie kann Diagnostik gestaltet werden, die weibliche Aggression systematisch miterhebt?

(2) Welche professionelle Haltung erlaubt es, Gewalt verstehend einzuordnen, ohne sie zu verharmlosen, und Verantwortung zu klären, ohne zu stigmatisieren?

(3) Welche Bausteine evidenzbasierter Intervention und Prävention lassen sich geschlechtersensibel für Beratung und Psychotherapie nutzen?

Anhand von Fallvignetten und Studien werden konkrete Ansatzpunkte für den Umgang mit aggressiven Mädchen und weiblichen Jugendlichen in der Versorgung aufgezeigt.

Diana Will, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin

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Titel: Albträume in der verhaltenstherapeutischen Behandlung von Kindern und Jugendlichen 

Die Imagery Rehearsal Therapy ist mittlerweile ein gut evaluierter und zunehmend etablierter Ansatz zur Behandlung pathologischer Albträume. Bei Kindern gelten Albträume grundsätzlich als normales Phänomen, können jedoch abhängig von ihrer Häufigkeit und Intensität behandlungsbedürftiges Leiden auslösen. In diesem Beitrag wird die Adaptation des klassischen Ansatzes des Umschreibens des Albtraums auf die Behandlung von Kindern und Jugendlichen verschiedener Altersgruppen vorgestellt.

Dr. Johanna Thünker

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Titel: Wenn Frauen in der Partnerschaft Gewalt ausüben …

Die öffentliche Wahrnehmung und fachliche und gesellschaftliche Diskurse zu gewaltausübenden Frauen werfen immer wieder Fragen auf. Welche Unterschiede gibt es zwischen Männern und Frauen, wenn sie in der Partnerschaft Gewalt ausüben und wie können wir dem Phänomen fachlich angemessen in der Beratungspraxis begegnet? In dem Vortrag werden die aus der Praxis einer Beratungsstelle für Gewaltausübenden Personen bekannten Kontexte, Motive und Besonderheiten in der Einzel- und Gruppenarbeit mit Frauen vorgestellt.

Isabella Lindgren, Projektleitung Berliner Zentrum für Gewaltprävention (BZfG) 

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Die Art und Weise, wie wir uns Dinge vorstellen oder erinnern hat einen starken Einfluss darauf , wie selbstwirksam oder hoffnungslos wir uns fühlen. Hier setzt die im Workshop vorgestellte Arbeit an. Methoden aus der kognitiven Therapie und konstruktivistischen Ansätzen (4-Felder der Zukunfts- und Vergangenheits-(re)konstruktion) werden mit hypnotherapeutischen Herangehensweisen und Impacttechniken mit kombiniert. So entsteht durch die Bewegung in Zeit und Raum die Erfahrung von Unterschieden für das Erleben im Hier und Jetzt. Im „Sich neu Positionieren“ und Spiel mit den unterschiedlichen Realitätswahrnehmungen, in dem auch Sorgen, traumatisches Erleben und Bedenken ihren Raum bekommen, eröffnen sich neue Felder, Handlungsspielräume und Wahlmöglichkeiten. Diese sehr praxisorientierte Vorgehensweise wird mit Fallbeispielen, Demonstrationen und Übungen vermittelt.

Das Jugendalter stellt eine vulnerable Entwicklungsphase für die Entstehung psychischer Belastungen dar, insbesondere bei kumulierenden sozialen Risikofaktoren. Als ein zentraler Schutzfaktor gilt die allgemeine Selbstwirksamkeit (SW), die positiv mit adaptiver Bewältigung, psychischer Gesundheit und Resilienz zusammenhängt. Gleichzeitig weisen Studien auf Unterschiede der SW in Abhängigkeit von Geschlecht und sozioökonomischem Status (SES) hin. Insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit Genderrollen und geschlechtsbezogenen Einstellungen erscheint die Untersuchung ihrer Zusammenhänge mit der Selbstwirksamkeit Jugendlicher besonders relevant. Auf dieser Basis untersucht die laufende Studie, inwiefern Genderrollenstereotype, Genderrollenwahrnehmungen im Elternhaus, Mediennutzung, SES mit der SW und psychosozialen Anpassung von Jugendlichen zusammenhängen. In einer quantitativen Querschnittsuntersuchung werden Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren mittels standardisierten Fragebögen befragt. Im Symposium werden erste Ergebnisse der laufenden Studie vorgestellt und hinsichtlich ihrer Bedeutung für die psychotherapeutische und beraterische Arbeit mit Jugendlichen und ihren Familien diskutiert.

Bevor neurodivergente Menschen eine ADHS bestätigt bekommen, erhalten diese oft eher eine Diagnose für andere Störungsbilder, wie Depression, Angst- oder Suchtstörungen. 
Dieser Workshop vermittelt durch interaktive Übungen und Fallbeispielen einen Einblick in den oft belastenden Alltag (nicht diagnostizierter) neurodivergenter Personen. Hier werden mithilfe der S3-Leitlinie, etablierter und neuer Diagnostikinstrumente konkrete Kompetenzen für eine fundierte und belastbare ADHS- Diagnostik vermittelt. Es werden Formulierungen erarbeitet, die einen Befund begründen, auch wenn manche Grenzwerte nicht erreicht werden.
Nach dem Workshop haben Sie fundiertes und aktuelles Wissen rund um die ADHS- Diagnostik bei Erwachsenen und können kompetent eine Diagnose begründen oder widerlegen.

Was braucht es, damit Psychotherapie bei Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung wirksam gelingen kann? Das Seminar vermittelt praxisnahes Wissen für die psychotherapeutische Behandlung und zeigt, wie Diagnostik, Kommunikation und therapeutische Methoden an das kognitive und sozial-emotionale Entwicklungsniveau der Patient*innen angepasst werden können.
Im Mittelpunkt steht die Diagnostik der emotionalen Entwicklung, die Gestaltung einer tragfähigen therapeutischen Beziehung sowie die individuelle Anpassung verhaltenstherapeutischer Interventionen. Anhand von Fallbeispielen werden Strategien für die Strukturierung von Therapiesitzungen und die Zusammenarbeit mit Bezugspersonen vermittelt, um psychotherapeutische Prozesse ressourcenorientiert und alltagsnah zu gestalten.

Empirische Befunde zeigen, dass das Emotionsfokussierte Skillstraining für Eltern (EFST) die emotionale Kompetenz von Eltern im Umgang mit ihrem Kind verbessert und sich positiv auf die Symptomremission der Kinder auswirkt – auch ohne direkte therapeutische Arbeit mit dem Kind selbst. Der zentrale Veränderungsmechanismus liegt in der emotionalen Verarbeitung eigener elterlicher Blockaden, insbesondere in der Reduktion von Scham, Schuld und Angst, in einer verbesserten Affekttoleranz sowie in erhöhter Kongruenz und Authentizität in herausfordernden Situationen. EFST findet Anwendung in Form von Einzeltherapie, Elterntrainings oder Gruppentherapien.
Der Workshop bietet eine praxisnahe Einführung in das EFST. Die Teilnehmenden lernen zentrale Interventionen kennen, um Emotionen zu validieren, emotionale Blockierungen zu bearbeiten und Beziehungserfahrungen als Ressource für Veränderung zu nutzen. Neben einer kurzen theoretischen Einführung stehen erlebensbasierte Übungen und Videobeispiele im Mittelpunkt. 
Zielgruppe: Der Workshop richtet sich an Psychotherapeut*innen und Berater*innen, die ihre emotions- und beziehungsorientierten Kompetenzen erweitern möchten.

In Deutschland zeigen 20 bis 30 % der Kinder und Jugendlichen psychische Auffälligkeiten. Nur ein Bruchteil von ihnen erhält eine psychotherapeutische Behandlung, und das meist erst nach langen Wartezeiten. Zugleich ist nur ein kleiner Teil der Kassensitze für die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie vorgesehen. Das Symposium beleuchtet die Versorgungslage und die Perspektive der (bisherigen) Behandelnden. Kristin Rodney-Wolf stellt auf Basis des Monitors Bildung und Psychische Gesundheit (BiPsy) aktuelle Daten zu Wartezeiten, Anfragen und Belastungen von Psychotherapeut:innen vor. Prof. Dr. Betteke van Noort untersucht, warum sich angehende und approbierte Psychotherapeut:innen für oder gegen die psychotherapeutische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen entscheiden. Prof. Dr. Nora Vetter ergänzt dies um qualitative Befunde zu Sorgen, Wünschen und Erwartungen an das Psychologiestudium. Ziel ist es, Ansatzpunkte für eine zukunftsfähige Versorgung von Kindern und Jugendlichen zu identifizieren. Gemeinsam mit dem Publikum sollen Wege diskutiert werden, wie Versorgung und Arbeitsbedingungen nachhaltig verbessert und Nachwuchs gewonnen werden kann.

Wie können Psychotherapeut*innen bei der Behandlung von Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung supervisorisch begleitet werden? Der Workshop greift Fragestellungen auf, die sich in Diagnostik, Therapieplanung, Beziehungsgestaltung und der Zusammenarbeit mit dem Unterstützungssystem ergeben.
Im Mittelpunkt stehen die Reflexion der therapeutischen Haltung, Besonderheiten bei der Beantragung von Psychotherapie sowie die Entwicklung passender Behandlungsstrategien unter Berücksichtigung des kognitiven und sozial-emotionalen Entwicklungsstandes. Anhand von Praxisbeispielen werden Möglichkeiten der supervisorischen Begleitung, die Zusammenarbeit mit Bezugspersonen sowie das Spannungsfeld zwischen Selbstbestimmung und notwendiger Assistenz beleuchtet.

Mindestens 12% aller Hilfesuchenden im psychosozialen Gesundheitswesen können sich mit ihrer Fachperson nicht ausreichend sprachlich verständigen. Da Diagnosestellung, therapeutische Allianz und Adhärenz in hohem Maße von verbaler Kommunikation abhängen, stellen Sprachbarrieren eine große klinische, ethische und organisatorische Herausforderung dar.
Um Sprachbarrieren abzubauen, existieren 5 Kommunikationsstrategien: direkte Kommunikation, mehrsprachige Kommunikationsmittel, technische Hilfsmittel, Behandlung durch mehrsprachige Behandler und Einsatz von (professionellen) Dolmetschern. 
Der Workshop reflektiert die Qualitätsabstufungen und Konsequenzen der einzelnen Strategien. Die Integration dieser Lösungen in die Regelversorgung erfordert besondere Anstrengungen. Basierend auf der „Hamburger Erklärung zur Mehrsprachigen Gesundheitsversorgung“ werden konkrete Schritte bearbeitet, um Einrichtungen der Psychosozialen Versorgung strukturell mehrsprachiger und somit nachhaltig zugänglicher zu gestalten. 
Der Workshop richtet sich an alle Fachkräfte der Psychosozialen Versorgung, die Sprachbarrieren in ihrer Einrichtung erlebt haben und strukturell etwas verbessern möchten.

Die sexuelle Entwicklung von Kindern und Jugendlichen kann im psychotherapeutischen Alltag auf ganz unterschiedliche Weise sichtbar werden: in Fragen, im Spiel, im alltäglichen Erleben, in Symptomen oder in Verhaltensweisen, die mitunter auch Unsicherheit auslösen. Doch wie lässt sich erkennen, wann das Thema für Fallverständnis und Behandlung bedeutsam ist? Wie können Psychotherapeut*innen es offen und altersangemessen ansprechen, fachlich einordnen und daraus passende Handlungsschritte ableiten?

Gemeinsam beschäftigen wir uns mit praxisnahen Zugängen zur sexuellen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Dabei nehmen wir unterschiedliche Entwicklungsphasen in den Blick und betrachten, welche Fragen und therapeutischen Anlässe sich jeweils ergeben können. Anhand konkreter Praxisimpulse erproben wir mögliche Gesprächseinstiege, lernen geeignete Materialien kennen und betrachten Kriterien zur Einschätzung von Interventionsbedarfen. Eigene Fragen und Erfahrungen der Teilnehmenden können dabei in die gemeinsame Arbeit einfließen. Im Mittelpunkt stehen ein geschärfter Blick für das Thema, das Erkennen unterschiedlicher Bedarfe und die Entwicklung passender therapeutischer Zugänge.

Ziel des Workshops ist es, sexuelle Entwicklung selbstverständlicher in den therapeutischen Blick einzubeziehen und mehr Sicherheit, Offenheit und Leichtigkeit im praktischen Umgang mit dem Thema zu gewinnen.

Ca. zwei Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland sind von Cybermobbing betroffen. Gleichzeitig berichten Psychotherapeut*innen zunehmend von Patient*innen, die unter den psychischen Folgen digitaler Ausgrenzung leiden. In der psychotherapeutischen Versorgung stehen jedoch häufig die daraus resultierenden Diagnosen und Symptome – beispielsweise Depressionen, Angst oder sozialer Rückzug – im Mittelpunkt, während die zugrunde liegende Erfahrung von Cybermobbing oft nur am Rande thematisiert wird.
In dieser Podiumsdiskussion wollen wir der Frage nachgehen, ob und wie Cybermobbing stärker in die psychotherapeutische Diagnostik und Behandlung integriert werden kann. Gemeinsam mit Expert*innen aus Forschung und Praxis sollen bestehende Versorgungslücken, Herausforderungen sowie konkrete Lösungsansätze diskutiert werden. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Versorgung von Kindern und Jugendlichen, die in einer zunehmend digital geprägten Lebenswelt aufwachsen und digitale Ausgrenzung häufig als Teil ihres Alltags erleben.