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Themenschwerpunkt Vielfalt, Teilhabe & soziale Gerechtigkeit

Psychotherapie findet nicht losgelöst von gesellschaftlichen Bedingungen statt. Die Einreichungen befassen sich mit dem Zugang zu guter Versorgung und gerechter Teilhabe. Im Mittelpunkt steht außerdem, wie Diskriminierungen, Flucht und Migration, Mehrsprachigkeit und kulturellen Zuschreibungen, therapeutische Prozesse prägen. Auch Klimakrise, Krieg, gesellschaftliche Polarisierung, sowie antidemokratische Entwicklungen werden aufgegriffen. 

Noch nie war die Zahl der Menschen, die vor Verfolgung, Konflikten und Krieg fliehen, so hoch wie heute. Geflüchtete sind vor, während und nach ihrer Flucht starken Belastungen ausgesetzt, die die Entwicklung psychischer Störungen begünstigen. Die Gesundheitssysteme sind nicht ausreichend darauf vorbereitet, dieser Versorgungsaufgabe gerecht zu werden, und es besteht eine große Diskrepanz zwischen Bedarf und tatsächlicher Versorgung. Spezialisierte Fachzentren können derzeit lediglich etwa 3 % des Bedarfs decken. Das Symposium „Flucht und Migration – Versorgungslücken und Förderung der Regelversorgung“ wird gemeinsam von den Projekten „ARAP – Assisting Refugees to Access Psychological support“ an der Universität Witten/Herdecke und KOBEG – dem Modellprojekt der Universität Konstanz „Koordinierte Behandlung unter Einbezug von Gesundheitspatient*innen“ der Universität Konstanz konzipiert (jeweils finanziert durch den AMIF (EU-Asyl-, Migrations- und Integrationsfond). In beiden Projekten unterstützen wir psychotherapeutische Kolleg*innen in der Regelversorgung dabei, Psychotherapie für Menschen mit Fluchterfahrung anzubieten. Einerseits stehen hier Fortbildungsangebote zu spezifischen therapeutischen Fachkenntnissen, kultursensiblen und rassismuskritischen Psychotherapieansätzen sowie herausfordernden Lebensrealitäten von Betroffenen im Fokus. Andererseits wird speziell auf die Sprach- und Kulturmittlung (SKM) sowie die Arbeit mit dieser im psychotherapeutischen Prozess eingegangen und Möglichkeiten zu ihrer Finanzierung bereitgehalten.

Täglich prasseln Nachrichten auf uns ein, die wir kaum glauben können. Wieder eine Schreckensbotschaft mehr – und noch eine und noch eine. Vielfach ist es uns gar nicht möglich, die Informationen wirklich an uns ranzulassen, geschweige denn ihre Tragweite zu begreifen. Doch was uns vermeintlich schützt, verhindert die notwendige Reflexion – denn nur, wenn wir den Tatsachen ins Auge sehen und uns emotional darauf einlassen, können wir angemessen reagieren. Leichter gesagt als getan… 

Was kann uns also dabei helfen, uns den Krisen der Menschheit und des Planeten zu stellen? Wie können wir mit den Gefühlen umgehen, die dabei entstehen? Und wie können wir handeln, wenn wir weder den Kopf in den Sand stecken, noch in kopflosen Aktionismus verfallen wollen?

Die Fachgruppe Planetary Health der DGVT lädtt gemeinsam mit Dr. Daniela Pastoors dazu ein, diesen Fragen gemeinsam Raum zu geben. Der Roundtable verbindet Vortragsimpulse mit interaktiven und erfahrungsorientierten Elementen und richtet sich an alle, die die Hoffnung nicht aufgeben wollen.

Die Fachgruppe „Psychosoziale Versorgung“ lädt zu einem Beitrag ein, der sich schwerpunktmäßig mit dem Thema Armut in der psychosozialen und psychotherapeutischen Versorgung besch๏tigt. 
Heiner Keupp, konnte für einen Vortrag gewonnen werden, in dem er kritisch auf seinen DGVT-Kongressbeitrag von 2006 zum selbigen Thema zur࿌kblicken wird. Im Anschluss erfolgt eine geleitete Diskussion. Hier soll es insbesondere darum gehen, welche durch Armut bedingte Hürden und Hemmnisse in der Richtlinienpsychotherapie auftreten. Wir haben die Nationale Armutskonferenz kontaktiert, um jemanden für die Diskussion zu gewinnen, der etwas zu den aktuellen Prävalenzen und den Zusammenhängen zwischen Armut und psychischer Gesundheit sagen kann. 

Dazu haben wir eine eine niedergelassene Psychotherapeutin (Antje Neumann) eingeladen, aus ihrem Praxisalltag zu berichten. Maike Trenner wird als Ambulanzleitung des ABZ OWL berichten, wie das Thema Armut aktuell in der Ausbildung angehender Psychotherapeut:innen aufgegriffen wird und welche Pläne es für die Weiterbildung dazu gibt.

Zudem haben wir zwei Personen eingeladen, die aus der Betroffenenperspektive berichten könnten, darunter einen Patienten, der durch seine psychische Erkrankung in die Armut geraten ist und eine Podcasterin/WDR-Journalistin, die bereits in ihrem autobiografischen Buch „Das können wir uns nicht leisten“ das Thema aufgreift und in zahlreichen Podcastfolgen immer wieder auch auf die psychische Gesundheit eingeht.

Therapeut*innen, die selbst Rassismus erfahren, finden im Berufsalltag oft wenig Raum, um die Auswirkungen dieser Erfahrungen zu reflektieren und zu bearbeiten. Dabei können rassistische Zuschreibungen, Mikroaggressionen oder strukturelle Benachteiligungen den beruflichen Alltag und das professionelle Selbstverständnis erheblich beeinflussen. Der Workshop bietet einen geschützten Rahmen für Austausch, Vernetzung und gegenseitige Unterstützung. Im Fokus stehen die gemeinsame Reflexion beruflicher Herausforderungen, die Aktivierung persönlicher und kollektiver Ressourcen sowie Strategien der Selbstfürsorge. Durch moderierten Austausch und praxisnahe Übungen werden konkrete Impulse für den Umgang mit rassismusbedingten Belastungen im therapeutischen Alltag erarbeitet. Ziel ist es, die Teilnehmenden in ihrer professionellen Handlungsfähigkeit zu stärken und nachhaltige Unterstützungsnetzwerke zu fördern.

Für viele Menschen sind Gedanken an die Klimakrise mit belastenden Emotionen und Vorstellungen verbunden, die häufig soweit überfordern, dass die Vermeidung des Themas als einzige, sinnvolle Option erscheint. Mithilfe der Akzeptanz- und Commitment-Therapie und erlebensorientierter Übungen werden wir gemeinsam erforschen, welche lebendige und wertvolle Kraft in unseren Klimaemotionen liegt. In der zweiten Hälfte des Workshops werden wir eine imaginative Reise in eine erreichbare und erstrebenswerte Zukunft machen, um dort Menschen aus dem Jahr 2100 zu begegnen und mit diesen in einen verbindenden Austausch zu gehen. Unterstützt wird diese Reise von einfachen und greifbaren Zahlen aus der Klimaforschung, die das positive Potential unseres engagierten Handelns jetzt verdeutlichen, als Behandelnde, als Teil dieser Gesellschaft, als Menschen.

Internationale Paarbeziehungen werden in Beratung und Psychotherapie häufig vor dem Hintergrund kultureller Unterschiede betrachtet. Doch wann ist „Kultur“ tatsächlich eine hilfreiche Erklärung – und wann besteht die Gefahr, Beziehungs- und Kommunikationsdynamiken vorschnell zu kulturalisieren?
Ausgehend von Erkenntnissen einer qualitativen Untersuchung zur bindungsorientierten Kommunikation internationaler Paare eröffnet der Round Table eine fachliche Diskussion darüber, wie kulturelle Prägungen, individuelle Beziehungserfahrungen und dyadische Dynamiken differenziert betrachtet werden können. Gemeinsam soll diskutiert werden, welche Bedeutung kulturelle Zuschreibungen für Fallverständnis und Beratung haben und wie ein sensibler, zugleich nicht stereotypisierender Umgang mit kulturellen Unterschieden gelingen kann.
Ziel ist es, unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven aus Beratung und Psychotherapie zusammenzuführen und daraus Impulse für die Arbeit mit internationalen Paaren abzuleiten.

Eine der großen Herausforderungen der heutigen Psychotherapie ist die Entwicklung eines holistischen Psychotherapieforschungsparadigmas mit innovativen Messmethoden, die Mechanismen auf den biologischen und psychologischen Ebenen synchron messbar machen. Mehrere Doktorandinnen, die vom Bodensee-Institut für Psychotherapie (BIP) gefördert werden, stellen innovative Ansätze für die Integration biologischer Messungen in die Psychotherapieforschung vor und greifen diese Herausforderung mit unterschiedlichen Ansätzen auf. Die vorgestellten Arbeiten beinhalten Quer- (Vortrag 1) und Längsschnittdesigns (2, 3, 4), erfassen biologische Korrelate von Stresserleben (2) und Regulationsmechanismen (1, 4) und reichen bis zur Erfassung von Wirkfaktoren nach Klaus Grawe auf der biologischen Ebene (2, 3). Die Diskussion dieser grundlegenden Herausforderung wird ein wichtiger Fokus des Symposiums sein.

Psychotherapeutische Versorgung ist nicht für alle Menschen gleichermaßen zugänglich. Neben begrenzten Behandlungskapazitäten beeinflussen soziale, sprachliche, institutionelle und diskriminierungsbezogene Barrieren, wer psychotherapeutische Angebote erreicht, sich dort angesprochen fühlt und eine angemessene Behandlung erhält.
Die Podiumsdiskussion fragt deshalb: Wer bekommt eigentlich gute Psychotherapie und wer nicht? Expert*innen aus Psychotherapie, Rassismus- und Diskriminierungsforschung, Versorgung (und Politik) diskutieren, an welchen Stellen Ungleichheiten im psychotherapeutischen Versorgungssystem entstehen und reproduziert werden. Rassismus wird dabei nicht ausschließlich als individuelles Beziehungsgeschehen betrachtet, sondern auch als strukturelle Herausforderung für Versorgung, Institutionen sowie Aus- und Weiterbildung.
Im Mittelpunkt stehen Fragen nach Zugangsbarrieren, Rassismus- und Diskriminierungserfahrungen, institutionellen Strukturen und der Verantwortung der psychotherapeutischen Profession, Wissenschaft und Politik. Ziel ist es, unterschiedliche Perspektiven miteinander ins Gespräch zu bringen, bestehende Strukturen kritisch zu betrachten und konkrete Veränderungsperspektiven für eine zugänglichere und diskriminierungssensible psychotherapeutische Versorgung zu diskutieren.

In vielen Regionalgruppen der Psychologists for Future gibt es inzwischen Aktive, die kostenfreie Klimacafés anbieten – ein Format der Climate Psychology Alliance (CPA), in dem ein Raum eröffnet wird, um schwierige Gefühle zu teilen und über die kaum zu fassende Bedeutung des Klimawandels ins Gespräch zu kommen. Längst wird deutlich, dass es zu kurz greift, den Fokus dabei allein auf die klimatischen Veränderungen zu legen – sind doch weitere ökologische und gesellschaftliche Krisen damit verbunden, die uns (auch als Psychotherapeut*innen!) ebenso emotional verunsichern wie ganz konkret betreffen können. Im Rahmen der Veranstaltung wird eine Kurzform des „erweiterten” Klimacafés gemeinsam durchgeführt. Anschließend ist Raum für Austausch und Diskussion, inwieweit Klimacafés auch in der Intervision als resilienzfördernde Methode eingesetzt werden könnten.

Menschen mit Kriegs- und Fluchterfahrungen sind häufig von psychischen Störungen betroffen, doch ein Zugang zu geeigneter psychotherapeutischer Versorgung ist hier besonders erschwert. Das Symposium stellt drei Beiträge vor, die Ansätze zur Verbesserung der psychotherapeutischen Versorgung dieser Personengruppe beleuchten. Der erste Beitrag stellt ein sprach- und kultursensibles, gruppenbasiertes Behandlungskonzept der Tagesklinik des Zentrum ÜBERLEBEN sowie Daten zu den Symptomverläufen vor. Anschließend werden Erkenntnisse aus einer Studie zur Wirksamkeit einer kulturell adaptierten transdiagnostischen Therapie im Online- und Face-to-Face-Setting für geflüchtete Menschen vorgestellt. Der dritte Beitrag stellt eine fachspezifische Weiterbildung und deren Evaluationsergebnisse zu konfliktbezogener sexualisierter Gewalt vor, an der 2025 in der Ukraine 2.047 Personen teilnahmen. Gemeinsam geben die Beiträge Einblicke in aktuelle Forschung und Versorgungspraxis und diskutieren Möglichkeiten, psychotherapeutische Angebote zugänglicher zu gestalten.

Soziale Herkunft prägt das Krankheitserleben und Beziehungsdynamiken, wird in der psychotherapeutischen Praxis jedoch oft übersehen. Dabei zeigt die Psychotherapieforschung klar: Klassismus und soziale Benachteiligung gehen mit einem deutlich erhöhten Risiko für psychische Erkrankungen und einer höheren Belastung durch chronischen Stress einher. Selbst im Rahmen von psychosomatischen Kriseninterventionen und Akutbehandlungen (z. B. nach SER) schämen sich viele Patient*innen, klassismusrelevante Themen gegenüber der oft privilegierten akademischen Bubble von PsychotherapeutInnen anzusprechen; oder diese Themen werden von Therapeut*innen gar nicht erst erkannt. Gleichzeitig wird die Perspektive von Erstakademiker*innen und Klassismus auch innerhalb unseres eigenen Berufsstands selten mitgedacht. Ausgehend von meinen Erfahrungen mit Inklusions- und Diversity-Workshops (u. a. für die FES-Stiftung) möchte ich in diesem Workshop die Brücke zur klinischen Praxis schlagen. Die Teilnehmenden erwerben Fertigkeiten, um Phänomene wie Imposter-Erleben, Klassenscham, Entfremdung und Leistungsdruck in die Fallkonzeption zu integrieren. Ein besonderer Fokus liegt auf der Haltungsreflexion und Biografie-Arbeit, um eigene Privilegien und Machtasymmetrien im Therapie- und Beratungssetting bewusst zu machen. Anhand konkreter Fallvignetten aus dem klinischen Alltag werden praxisnahe Gesprächssequenzen und Interventionen gemeinsam erarbeitet. Mein Ziel ist, dass alle Teilnehmenden direkt anwendbare Impulse mitnehmen, um Hürden abzubauen und Schamthemen im Therapiezimmer anzusprechen.

Psychotherapie findet nicht außerhalb gesellschaftlicher Verhältnisse statt. Rassismus, Diskriminierung, gesellschaftliche Polarisierung und politische Konflikte können in den therapeutischen Raum hineinwirken – über die Erfahrungen von Patient*innen ebenso wie über die Haltung und Positionierung von Therapeut*innen. Doch wo verläuft die Grenze zwischen professioneller Haltung, therapeutischer Neutralität und politischer Positionierung?
Der Round Table lädt dazu ein, diese Spannungsfelder gemeinsam zu diskutieren: Wann sollten gesellschaftliche Machtverhältnisse im therapeutischen Prozess aktiv benannt werden? Wann kann vermeintliche Neutralität problematisch werden? Und wo besteht umgekehrt die Gefahr, eigene politische oder gesellschaftliche Überzeugungen in die Therapie hineinzutragen?
Nach einem kurzen Impuls werden anhand von Leitfragen Erfahrungen, Unsicherheiten und unterschiedliche Positionen der Teilnehmenden zusammengetragen. Ziel ist nicht, eine einheitliche Antwort zu finden, sondern Kriterien für einen professionellen Umgang mit gesellschaftlichen und politischen Themen im therapeutischen Raum zu entwickeln.

Der Round Table des Forum Beratung wird sich mit den Auswirkungen aktueller antidemokratischer Entwicklungen auf Beratung und Therapie beschäftigen. Dabei werden sowohl strukturelle Rahmenbedingungen wie die Streichung der Finanzierung bestimmter Beratungsangebote aufgrund politischer Mehrheitsverhältnissen als strukturelle Einhegung in den Blick genommen als auch individuelle Bedrohungen wie Gewaltandrohungen durch antidemokratische Gruppen und auch Diskursverschiebungen im Umgang mit dem, was als sagbar und anerkennungsfähig gilt.
Wie wirkt es sich auf die Berater*innen und Therapeut*innen aus, wenn ihre Arbeitsplätze in Gefahr sind, weil die Finanzierung gestrichen wird? Wie wirkt es gleichzeitig auf Klient*innen, wenn die Angebote unsicher werden? Wie sehr beeinflusst diese doppelte Unsicherheit die Beziehungsgestaltung?
Darf oder muss psychosoziale Beratung sich politisch positionieren? Wie kann das aussehen? Oder geht es am Ende um die Entwicklung von Strategien, um Angebote aufrecht zu erhalten – trotz der politischen Mehrheiten? 
Das Forum Beratung wird diesen Round Table nutzen, um diese Fragen und die darin liegenden Ambivalenzen und Dilemmata zu diskutieren und Erfahrungen aus Beratung und Psychotherapie zu erörtern. Es wird explizit dazu eingeladen mit eigenen Praxisbeispielen die erlebten Schwierigkeiten aber auch mögliche Lösungswege zu erörtern.

Sprachliche Barrieren stellen für Menschen mit Migrations- und Fluchtgeschichte eine zentrale Hürde beim Zugang zu psychotherapeutischer Versorgung dar. Das Symposium beleuchtet Mehrsprachigkeit in der Psychotherapie aus unterschiedlichen Perspektiven: Erfahrungen türkischsprachiger Patient:innen und ihrer Unterstützer:innen, sprachbezogene Zugangshürden in psychotherapeutischen Praxen, die Rolle professioneller Dolmetscher:innen sowie den Beziehungsaufbau in dolmetschgestützten Settings. Die vier vorgestellten Studien zeigen, dass strukturelle Rahmenbedingungen, sprachliche Anforderungen und Fragen des Vertrauens den Zugang und den Therapieverlauf maßgeblich beeinflussen. Zugleich werden Potenziale professionellen Dolmetschens und kultursensibler Versorgung aufgezeigt. Das Symposium erörtert Konsequenzen für Forschung, Praxis und Gesundheitspolitik, um eine gerechtere und sprachlich zugängliche psychotherapeutische Versorgung zu fördern.

Diskriminierung beeinflusst psychische Gesundheit, therapeutische Prozesse und den Zugang zur Versorgung. Gleichzeitig werden Themen wie Rassismus, Klassismus oder andere Diskriminierungsformen in Ausbildung, Selbsterfahrung und Supervision oft nur am Rande behandelt. Eine diskriminierungskritische Psychotherapie erfordert jedoch nicht nur individuelles Wissen, sondern auch strukturelle Veränderungen innerhalb der Profession.
Der Vortrag beleuchtet die Rolle von Supervision, Selbsterfahrung und Sensibilisierung als zentrale Elemente einer diskriminierungskritischen Professionalisierung. Anhand von Beispielen aus Ausbildung und Praxis wird diskutiert, wie Selbstreflexion gefördert, unreflektierte Annahmen sichtbar gemacht und diskriminierungssensible Kompetenzen gestärkt werden können. Darüber hinaus werden berufspolitische Fragen aufgegriffen: Welche Verantwortung tragen Ausbildungsinstitute, Fachgesellschaften und Kammern? Und wie können diskriminierungskritische Perspektiven nachhaltiger in Aus- und Weiterbildung verankert werden?
Der Beitrag versteht diskriminierungskritische Reflexion als Qualitätsmerkmal psychotherapeutischer Arbeit und als gemeinsame berufspolitische Aufgabe der Profession.