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Themenschwerpunkt KI & Digitalisierung

Künstliche Intelligenz und Digitale Gesundheitsanwendungen eröffnen neue Möglichkeiten für psychologische Psychotherapie und Beratung – und werfen zugleich wichtige Fragen auf. Die Beiträge untersuchen den Einsatz von KI in Dokumentation und Fallkonzeption sowie das Verhältnis von Effizienz, Qualität und therapeutischer Reflexion. Welche Chancen und Grenzen entstehen durch neue Technologien? Welche rechtlichen und ethischen Rahmenbedingungen sind zu beachten? 

Als Psychotherapeut*in in Ausbildung arbeitest du bereits aktiv mit Patient*innen und weißt: Eine nachhaltige Versorgung braucht oft mehr als nur ein therapeutisches Setting. Um deine Patient*innen bestmöglich zu unterstützen, lohnt sich der Blick über den Tellerrand.
In unserem praxisnahen Blended-Learning-Seminar erfährst du, wie du Verordnungsmöglichkeiten gezielt nutzt, deine therapeutischen Ressourcen bündelst und eine echte inter-disziplinäre Verzahnung in der Versorgung schaffst.

Das Angebot richtet sich exklusiv an DGVT-Mitglieder, die Ausbildungsteilnehmer*innen an DGVT-Ausbildungszentren sind. 

Dokumentationslast gilt als zentraler Treiber von Arbeitsbelastung und Burnout bei Behandler:innen in der psychosomatischen und Suchtrehabilitation. Das KIDOK-Reha-Projekt evaluiert die Einführung eines KI-gestützten Dokumentationssystems zur Erstellung DRV-konformer Entlassberichte in drei stationären Rehabilitationsbereichen. Methodisch zentral ist eine fallbezogene Längsschnitterhebung über mehrere Monate: Pro Rehabilitation wird nach Aufnahme- und Abschlussdokumentation erfasst, ob vorgesehene Zeitfenster eingehalten, unter- oder überschritten wurden – dies erlaubt eine direkte, behandlungsgenaue Erfassung von Zeitersparnis oder Mehraufwand unter KI-Unterstützung im Vergleich zu konventioneller Dokumentation. Ergänzend werden Burnout (CBI) und Usability (SUS) longitudinal zu vier Messzeitpunkten über 12 Monate erhoben; qualitative Interviews mit Behandler:innen und vidierenden Oberärzt:innen vertiefen die Befunde zu Akzeptanz und Implementierungsbarrieren. Zum Zeitpunkt der Präsentation liegen Ergebnisse aus drei Messzeitpunkten (T0–T2) sowie entsprechende Interviewergebnisse vor. Der Beitrag diskutiert, ob KI-Dokumentation Behandler:innen messbar entlastet und Zeitersparnis generiert.

Die Nutzung sozialer Medien gehört zum heutigen Alltag. Kurzfristig bringt sie viele Vorteile für die Nutzenden. Längerfristig kann jedoch die Erfahrung von Freude, Selbstbestätigung und sozialer Unterstützung durch das Eintauchen in die Online-Welt die Entwicklung einer suchtartigen Bindung an soziale Medien begünstigen und die psychische Gesundheit gefährden. Diese Bindung steht im engen Zusammenhang mit erhöhten Depressions-, Angst- und Stresssymptomen, Einsamkeit, Aufmerksamkeits- und Konzentrationsschwierigkeiten, Schlafproblemen sowie Suizidgedanken und selbstverletzendem Verhalten. Im Rahmen des Symposiums werden aufbauend auf aktuellen empirischen Erkenntnissen zentrale Risikofaktoren für die Entstehung suchtartiger Nutzungsmuster von sozialen Medien und ihre Auswirkungen auf die psychische Gesundheit vorgestellt. Anschließend werden Schutzfaktoren und evidenzbasierte Interventionen aufgeführt, die einen kompetenten Umgang mit sozialen Medien vom Kindes- bis ins Erwachsenenalter ermöglichen und zur Förderung der psychischen Gesundheit beitragen können. Abschließend werden konkrete Implikationen für den Umgang mit den Folgen der Nutzung von sozialen Medien in der psychotherapeutischen Praxis aufgezeigt.

Transkription, Sitzungsnotizen, Zusammenfassungen, erste Hypothesen zur Fallkonzeption: Immer mehr Kolleg*innen nutzen dafür Sprachmodelle - von allgemeinen Chatbots bis zu spezialisierten Anwendungen. Die Evidenz ist gemischt: KI-gestützte Angebote erhöhen die Nutzung deutlich, ohne dass sich das automatisch in besseren klinischen Ergebnissen niederschlägt (McFadyen et al., 2026, Communications Medicine; So et al., 2026, JMIR). Zugleich entscheiden Formulierungen darüber, ob eine Software als Medizinprodukt (MDR, Regel 11) oder als Hochrisiko-System nach dem EU AI Act gilt. Der Round Table bietet einen offenen Austausch entlang von vier Impulsfragen: (1) Welche Aufgaben rund um die Sitzung kann KI sinnvoll unterstützen – und welche nicht? (2) Was verändert sich an therapeutischer Kompetenz, wenn Hypothesen von einer Maschine vorgeschlagen werden? (3) Aufzeichnung, Einwilligung, DSGVO: Was müssen Patient*innen wissen? (4) für Patient*innen oder verlieren wir klinische Sorgfalt? Die Moderierenden bringen Erfahrungen aus der Entwicklung solcher Werkzeuge und aus Gespr์hen mit Therapeut*innen in Polen ein und tragen die Ergebnisse am Ende zusammen. Impulse auf Englisch, Diskussion auf Deutsch und Englisch. Versorgung: Gewinnen wir Zeit.