Einflussfaktoren auf den Therapieerfolg

DATUM: Donnerstag, 01. März 2018
ZEIT: 14:00 – 16:00 Uhr
RAUM: L 116
PLANUNG UND MODERATION: Thomas Probst (Krems/Österreich), Merle Kuhlencord, Sebastian Gmeinwieser (Göttingen)

Download Referat Merle Kuhlencord (PDF)

Download Referat Sebastian Gmeinwieser (PDF)

Im Rahmen der patientenorientierten Psychotherapieforschung werden regelmäßig während der Psychotherapie relevante Parameter erhoben („Monitoring“). Dabei werden Prozess- und Outcomevariablen erfasst und in Verbindung gesetzt, um bestimmen zu können, was für welche(n) Patienten unter welchen Bedingungen wirkt. Die einzelnen Vorträge präsentieren Erhebungsmethoden und Ergebnisse aus verschiedenen verhaltenstherapeutischen Instituten (Göttingen, Trier, Heidelberg) in welchen standardmäßiges Monitoring in die therapeutische Praxis implementiert wurde.

REFERATE:

Merle Kuhlencord, Sebastian Gmeinwieser, Uwe Ruhl, York Hagmayer (Göttingen), Thomas Probst (Krems/Österreich)

Wie arbeiten kognitive Verhaltenstherapeuten mit ihren Patienten? Vorstellung eines Instruments zu Erfassung therapeutischer Interventionen im Therapieverlauf

Welche Interventionen fi nden in der Praxis Anwendung und wie wirksam sind diese? Diese Fragen wurden in der Forschung bislang wenig untersucht, unter anderem, weil es an passenden Instrumenten mangelt. Die „Liste Therapeutischer Interventionen“ (LTI) wurde entwickelt, um die Anwendung von KVT-spezifischen sowie allgemeinen Interventionen aus Therapeutensicht zu erfassen. Die LTI zeichnet sich durch eine einfache Gliederung, eine einheitliche und eindeutige Operationalisierung von Interventionen und die Erfassung ihrer Anwendungshäufigkeit aus. Damit ist die LTI zeiteffizient in Forschung und Praxis anwendbar. Präsentiert werden auch erste empirische Ergebnisse.

Ann-Kathrin Deisenhofer, Jaime Delgadillo, Julian A. Rubel, Jan R. Böhnke, Dirk Zimmermann, Brian Schwartz, Wolfgang Lutz (Trier)

Personalisierte Behandlungszuweisung für PTBS Patienten

Trauma-fokussierte kognitive Verhaltenstherapie (Tf-KVT) sowie Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR) sind in der Behandlung der posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) in gleichem Maße effektiv, individuelle Unterschiede sind allerdings groß. Unter der Verwendung eines naturalistischen Datensatzes aus Nordengland (N = 317) wurde das Ziel verfolgt eine personalisierte  Behandlungszuweisung zu den beiden Verfahren zu entwickeln. Die Ergebnisse zeigen, dass 40% der Patienten von der Behandlungszuweisung profitiert hätten, indem das jeweils andere Treatment geeigneter gewesen wäre. Personalisierte Behandlungszuweisungen haben das Potential klinische Entscheidungen zum Wohle der Patienten zu verbessern. Eine prospektive Anwendung ist nötig, um diesen Ansatz in die Routineversorgung zu übertragen.

Sebastian Gmeinwieser, Merle Kuhlencord, Uwe Ruhl, York Hagmayer(Göttingen), Thomas Probst (Krems/Österreich)

Therapieerfolg und Therapieabbruch im ambulanten psychotherapeutischen Setting

Ein wichtiger Prädiktor für Therapieerfolg scheint eine gute Patient-Therapeut-Beziehung zu sein. Entsprechende Forschungsarbeiten nutzen aber eine Vielzahl unterschiedlicher Kriterien für Therapieerfolg. Im Referat wurden Daten aus 10 Jahren psychotherapeutischer Routineversorgung in Göttingen im Hinblick auf Prädiktoren für unterschiedliche Erfolgskriterien (u. a. Therapieabbruch, Reliable Change) analysiert. Dabei erwiesen sich unterschiedliche Aspekte der Beziehung aus Sicht der Patienten und Therapeuten zu Beginn der Therapie als prädiktiv für mehrere der Erfolgskriterien. Dieses Ergebnis spricht für eine frühe und standardisierte Erfassung der Beziehung im Therapieverlauf.

Benedikt Kuhlmann (Bochum)

Prädiktoren des Erfolges einer Psychotherapie: die Rolle des Patienten im Fokus

Die Untersuchung von Prädiktoren des Erfolges einer Psychotherapie stellt ein breites Forschungsfeld dar. Neben der Rolle des Therapeuten und der therapeutischen Beziehung sind hierbei auch Merkmale des Patienten entscheidend. Der Vortrag soll zunächst einen kurzen Überblick über die relevanten Patientenmerkmale (wie z. B. Persönlichkeitsvariablen und sozioökonomischer Status) geben. Des Weiteren sollen die Ergebnisse einer eigenen Studie zur Frage, inwieweit soziale Kompetenzen des Patienten den Erfolg einer ambulanten Psychotherapie vorhersagen können, vorgestellt werden. Im Rahmen dieser Studie absolvierten die Teilnehmer zu Beginn der Therapie eine Aufgabe zur Emotionserkennung, schätzten ihre sozialen Kompetenzen selbst ein und es wurde untersucht, ob diese Variablen den Erfolg der Therapie vorhersagen konnten.