Workshops

Planung und Moderation:Katharina van Bronswijk

Die aufkommende Bedrohung durch die Klimakrise löst viele starke Emotionen wie Angst, Hilflosigkeit, Schuld und Scham aus. Eine häufige Strategie zur Vermeidung dieser Gefühle besteht darin, den Klimawandel und seine Folgen zu leugnen oder zu ignorieren. Um die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels zu vermeiden, brauchen wir jedoch einen nachhaltigen Systemwechsel. In diesem Workshop erklären und üben wir, wie man mithilfe von Achtsamkeit, Akzeptanz und Wertearbeit die emotionale Regulierung erleichtern und eine ausgewogene Planung engagierten Handelns bewirken kann - nicht nur für Klient*innen, die unter der Klimakrise leiden, sondern auch für uns als Berufsgruppe.

Planung und Moderation:Mesut Çelenk

Geflüchtete Menschen können Belastungen sowohl durch traumatische Ereignisse im Herkunftsland als auch auf der Flucht erleben. In der Folge kann es zu psychischen und körperlichen Erkrankungen kommen. Geflüchtete mit psychischen Erkrankungen und Folterüberlebende bilden eine der Gruppe mit besonderen Schutzbedarfen. Diese gilt es zu erkennen, um eine adäquate Versorgung sichern zu können. In diesem Workshop soll es zum einen um die Identifizierung besondere Schutzbedarfe gehen. Zum anderen sollen Therapieansätze und Interventionen vorgestellt werden und Herausforderungen in der therapeutischen Arbeit mit Geflüchteten – wie beispielsweise der Einsatz von Dolmetschenden – diskutiert werden.


Planung und Moderation:Ursula Düll-Esse

Anhand von Praxisbeispielen sind alle supervisorischen Kolleg*innen eingeladen sich neue Handlungsmöglichkeiten auf dem Hintergrund der Gemeindepsychologischen Perspektiven wie Salutogenese, Recht auf Differenz, Empowerment, Partizipation usw. für die supervisorische Praxis zu erarbeiten. Diese Perspektivenerweiterung der supervisorischen Praxis führt zur Stärkung des Kohärenzgefühls aller Beteiligten. Lust auf einen kurzweiligen Workshop für neue Energie in der Supervision? Ursula Düll-Esse, systemische Therapeutin, systemische Supervisorin

Planung und Moderation:Antje Hunger

Das Aufschieben wichtiger Tätigkeiten trotz unangenehmer Konsequenzen ist eine weitverbreitete Lern-/ Arbeitsstörung, die bei Betroffenen Leidensdruck und Beeinträchtigungen in wichtigen Lebensbereichen erzeugt (u. a. Leistungs-/Qualitätseinbußen, Beeinträchtigungen im psychischen Wohlbefinden). Zur erfolgreichen Überwindung wird ein Gruppenkonzept vorgestellt, in dem Studierende in einem Seminarkontext ein Selbsthilfeprogramm gegen problematisches Aufschieben im Selbstversuch erproben und zusätzlich in Gesprächsübungen Kompetenzen zur Peer-Beratung erwerben.

Planung und Moderation:Annika Kleischmann

Psychotherapie bei Menschen mit einer Intelligenzminderung Die Behandlung von Menschen mit einer Intelligenzminderung wird von vielen Psychotherapeut*innen als Herausforderung empfunden. Diese Patientengruppe zeigt auf den ersten Blick unverständliche Verhaltensweisen, die durch das Konzept der emotionalen Entwicklung (Anton Došen) verständlicher werden. Dieser Workshop vermittelt Handlungswissen im Kontakt mit intelligenzgeminderten Patient*innen. Im Fokus steht dabei die Diagnostik des emotionalen Entwicklungsniveaus (SEO/SEED). Anhand eines Fallbeispiels wird verdeutlicht, wie sich das emotionale Entwicklungsniveau eines Patienten auf seine psychische Erkrankung auswirkt und welche Schritte in der therapeutischen Arbeit wichtig sind.


Planung und Moderation:Kathrin Macha

Als ein „man made desaster“ weckt die verheerende Klima- und Biodiversitätskrise das zivilgesellschaftliche Engagement insbesondere junger Menschen. Dieses zielt auf die Einhaltung planetarer Grenzen, die Förderung von Umweltgerechtigkeit und die Schaffung einer klimaresilienten Gesellschaft ab. Durch die überwältigende Menge an potenziellen Aufgaben, deren einzelne Umsetzung oftmals einen kaum erkennbaren Zusammenhang zu großen Zielen hat, repressiven Gegenreaktionen sowie einer Selbstlosigkeitskultur innerhalb der Bewegungen sind Aktivist*innen jedoch besonders gefährdet, ein Burnout zu erleiden. Das daraus folgende Ausscheiden aus Bewegungen bedroht meist auch deren Fortbestand und damit letztendlich das Ziel einer klimaresilienten Zukunft. In diesem Workshop werden entsprechende Fallbeispiele skizziert, um gemeinsam Interventionsmöglichkeiten für Psychotherapeut*innen zur Förderung eines nachhaltigen Aktivismus in der Klima- und Biodiversitätskrise abzuleiten. Zugrunde liegt hierbei unsere fachliche und berufsethische Verantwortung: die Erhaltung und Förderung unserer ökologischen und soziokulturellen Lebensgrundlagen. Der Workshop bietet in seiner interaktiven Gestaltung einen Raum für Selbsterfahrung, Diskussion und Intervision.


Planung und Moderation:Agostino Mazziotta

„Meine Frau möchte unsere Ehe öffnen! Kann das gut gehen?“, „Ich habe mich in meinen besten Freund verliebt! Bin ich hetero, schwul oder bi und kann ich dann noch mit meiner Frau zusammen sein?“, „Liebe ist für mich keine begrenzte Ressource. Wie kann ich verantwortungsvoll mehrere Liebes- und Sexualbeziehungen leben?“ Diese Beratungsanliegen verdeutlichen, dass es sehr vielfältig sein kann, wie Menschen heute ihre (Liebes)Beziehungen gestalten. Berater*innen sind direkt am Puls solcher gesellschaftlichen Entwicklungen. Damit sie Klient*innen darin unterstützen können, ein Leben in Selbstachtung, Selbstbestimmung und Selbstverantwortung zu führen, ist es notwendig, dass sich Berater*innen ihrer eigenen Werte und Überzeugungen in Bezug auf Sexualität und Partnerschaft bewusst sind und angesichts der diversen Liebes- und Lebensmodelle „informiert-naiv“ vorgehen. Die Fortbildung gibt Einblicke in unterschiedliche Liebes- und Lebensmodelle (u.a. polyamore und offene Beziehungen, gemischtorientierte Partnerschaften), beleuchtet Fluidität im sexuellen Begehren und gibt konkrete Anregungen für die Beratungspraxis. Neben theoretischen Inputs wird ein kreativer Raum geschaffen für Möglichkeiten der Selbstreflexion und des interaktiven kollegialen Erfahrungs-Austauschs.      


Planung und Moderation:Frauke Niehues

Impacttechniken sind Methoden, die alle Sinne ansprechen und Emotionen aktivieren. Hierdurch erzielen sie eine erstaunliche Wirkung: - Sie machen komplexe Konzepte erlebbar und begreifbar - Sie erreichen oft die Wurzeln von Emotionen und Verhalten - Sie verändern häufig selbst festgefahrene kognitive Konzepte - Sie werden gut memoriert und wirken besonders tief und nachhaltig. Impacttechniken sind ressourcen- und lösungsorientiert angelegt und durch den geringen Zeitbedarf sehr spontan und flexibel einsetzbar. In dem Workshop lernen Sie Impacttechniken für häufige therapeutische Fragestellungen und Konzepte kennen.


Planung und Moderation:Frauke Niehues

In dem Workshop wird ein neues Selbstwertmodell vorgestellt. Dieses umfasst alle wichtigen Aspekte, die Einfluss auf das Selbstwertgefühl nehmen und setzt diese in Bezug zueinander. Mithilfe des Modells kann man die Ursache der Selbstwertschwierigkeiten differenzierter erkennen und die Methoden zur Behebung der Schwierigkeiten individuell und punktgenau zusammenstellen. Hierzu bekommen Sie einen Handwerkskoffer mit auf die einzelnen Aspekte des Selbstwertes zugeschnittenen Methoden. Dies sind z.B. systemklärende Methoden, selbstwirksamkeitssteigernde Gesprächsführungsführungs-techniken, Impacttechniken, Metaphern u. v. m. Alle vorgestellten Techniken ermöglichen, den Klienten über die kognitive Ebene hinaus zu erreichen.


Planung und Moderation:Nina Pflugradt

In diesem Workshop wird das konkrete Arbeiten mit besonders eindrücklichen negativen und positiven Erlebnissen vorgestellt. Anhand einer Auswahl von Wendekarten, auf denen auf der Vorderseite eine schlimme Erlebnisqualität sowie auf der Rückseite eine gegenteilige sehr angenehme Erfahrung steht, wird versucht, die Extreme in sich auszubalancieren. Dies funktioniert in unterschiedlichen Erlebnisintensitäten sowohl bei kleinen Unpässlichkeiten des Alltags als auch bei großen bedrohlichen Vorkommnissen. Verschiedene Herangehensweisen - kognitiv, imaginativ, mit Körperarbeit - werden gezeigt und gleich in Kleingruppen erprobt.

Ein Beispiel: Gefangenschaft ("Wo und in welchem Ausmaß habe ich mich gefangen gefühlt?") versus Freiheit ("In welcher Situation habe ich mich besonders frei gefühlt?")


Planung und Moderation:Michael Sadre-Chirazi-Stark

Long COVID Fatigue wird oft als Somatisierungsstörung eingeordnet. Dabei werden neurologische und somatische Faktoren vernachlässigt. Vorgestellt wird ein Diagnoseverfahren und therapeutische Empfehlungen.

Planung und Moderation:Nina Romanczuk-Seiferth

Die Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen erfordert ein hohes Maß an Kontinuität. Betroffene finden in unserem Gesundheitssystem – je nach individuellem Bedarf – in unterschiedlichsten Settings Behandlungs- und Unterstützungsangebote. An den Schnittstellen zwischen verschiedenen Settings, Einrichtungen oder Behandlungsabschnitten ergeben sich jedoch oftmals schwierige Übergänge für die Betroffenen. Eine Berücksichtigung und aktive Gestaltung dieser Behandlungsphasen stellen daher eine wichtige Säule umsichtiger und nachhaltiger Versorgung dar. In diesem Workshop wird daher ein verhaltenstherapeutisches Gruppenprogramm vorgestellt, welches aus den Bedürfnissen von Menschen mit psychischen Erkrankungen heraus entstanden ist und den Übergang von einem (teil-)stationären psychiatrischen oder psychosomatischen Setting in die ambulante Weiterbehandlung der Betroffenen gezielt therapeutisch begleitet. Themen des Gruppenprogramms umfassen die Alltagsstrukturierung, Selbstfürsorge, professionelle ambulante Kontakte, das soziale Netzwerk, den Umgang mit Stress und unangenehmen Gefühlen, die Wiederbelebung von Ressourcen und stabilisierende Lebensperspektiven.


Planung und Moderation:Timo Slotta, Christina Schütteler

Diversität ist allgegenwärtig: in Alltag und Therapie begegnen sich Menschen verschiedener Hautfarben, Sprachen, ethnischer Hintergründe, Religionen, sexueller Orientierung, Gender, Geschlecht, sozioökonomischer Hintergründe, Körpergewicht und mit oder ohne Behinderung. Strukturelle Diskriminierung außer- und innerhalb von Therapie kann die Vulnerabilität für psychische Störungen erhöhen. Diskriminierungserfahrungen müssen daher als Realität erfasst und bearbeitet werden. Dieser Workshop gibt einen Überblick über Diversitätsdimensionen und Diskriminierungsformen, regt zu Selbstreflexion und Einnahme einer privilegienkritischen Haltung an und gibt handlungsnahe Hinweise für die Praxis.