Symposien


Planung und Moderation:Sandra Wesenberg; Silke B. Gahleitner

Der Forschungsverbund „TESTIMONY – Erfahrungen in DDR-Kinderheimen. Bewältigung und Aufarbeitung“ (2019-2022) hat sich der Erforschung von Bedingungen und Folgen der Unterbringung in Kinderheimen und Jugendwerkhöfen der DDR gewidmet. An der Universität Leipzig, der Medical School Berlin, der Alice-Salomon-Hochschule Berlin und der Universität Düsseldorf haben Psycholog*innen, Sozialwissenschaftler*innen, Mediziner*innen und Historiker*innen gemeinsam in vier Teilprojekten des Verbundes (gefördert vom BMBF) gearbeitet. Die Ergebnisse eröffnen bedeutsame Perspektiven auf Bedingungen, Folgen und Unterstützungsmöglichkeiten für diese Zielgruppe und ähnlich früh und schwer traumatisierte Klient*innen. Im Symposium werden in vier Beiträgen zentrale Ergebnisse vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen dabei die zentralen Wirkfaktoren gelingender Aufarbeitung und psychosozialer Unterstützungsprozesse.


 

 

 


Planung und Moderation:Johannes Graser; Jonas Göken

Menschen mit intellektueller Beeinträchtigung (IQ 20-69) leiden häufig unter psychopathologischen Symptomen und werden selten psychotherapeutisch behandelt. Gleichzeitig gibt es einen Mangel an Studien, die die Wirksamkeit der KVT für Erwachsene mit intellektueller Beeinträchtigung und komorbiden psychopathologischen Symptomen zusammenfassen. Es wurde eine Meta-Analyse mit Subgruppenanalysen durchgeführt. Kontrollierte Studien zeigten signifikante Effekte für die Bereiche Depression (d = 0,65; 8 Studien) und Wut (d = 0,65; 6 Studien) und einen kleinen und nicht signifikanten Effekt für Angst (d = 0,25). Die Qualität der eingeschlossenen Studien war mäßig, die Heterogenität war teilweise hoch.



Planung und Moderation:Christoph Hausmann

In 4 Vorträgen stellen die Psychologists for Future e.V. in Zusammenarbeit mit Timo Luthmann, Autor des "Handbuchs nachhaltiger Aktivismus" die aktuellen Erkenntnisse der Klima-Psychologie mit Schwerpunkt auf die Förderung psychischer Resilienz und Gesundheit bei Klima-Engagierten und -Besorgten Menschen dar. Abstracts zu den einzelnen Referaten (Katharina van Bronswijk, Kathrin Macha, Timo Luthmann, Christoph Hausmann) folgen getrennt. Alle Referent*innen sind Autor*innen des Titels "Climate emotions- Klimakrise und psychische Gesundheit" welcher im Oktober im Psychosozial Verlag erscheint (https://www.psychosozial-verlag.de/3168)



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Planung und Moderation:Inken Höller

Alle 40 Sekunden stirbt ein Mensch an Suizid. Zwischen 15-29-Jährigen stellt Suizid sogar die zweithäufigste Todesursache dar. Wenn die Forschung bisher eins gezeigt hat, dann, dass es sich bei Suizidalität um ein komplexes, mehrfaktorielles Geschehen handelt, was die Vorhersage eines Suizidversuchs immens erschwert. Umso wichtiger ist es, Suizidalität differenziert und unter Bezugnahme verschiedenster Risikofaktoren zu verstehen und entsprechend behandeln zu können. Ziel des Symposiums ist es daher, einen Überblick über die aktuelle Suizidalitätsforschung sowie aktuelle Behandlungsmethoden zu geben.


Planung und Moderation:Heiner Keupp; Bernhard Scholten

 

Dieses Symposium gibt einen Überblick über den Stand der gesellschaftspolitischen Diskussionen und Maßnahmen zur Aufarbeitung und Bewältigung der sexualisierten Gewalt an Kindern, Jugendlichen und schutzbefohlenen Erwachsenen. Im zweiten Teil werden die geplanten politischen Maßnahmen zum Thema vorgestellt, bewertet und Folgen für die politische Arbeit von Psychotherapie-Fachverbänden diskutiert.

Geplant sind folgende Beiträge:

·       Überblick über die gesellschaftspolitischen Entwicklungen zum Thema

·       Die Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs in der römisch-katholischen Kirche

·       Die Perspektive der von sexualisierter Gewalt betroffenen Personen im Aufarbeitungsprozess

·       Die Rolle öffentlicher Stellen im Aufarbeitungsprozess

·       Darstellung und Diskussion der geplanten gesetzlichen Maßnahmen auf Bundes- und auf Landesebene

Folgen für die Psychotherapie-Verbände

 




Planung und Moderation:Michael Odenwald; Lea Charlotte Bogatzki

Geflüchtete haben eine hohe Prävalenz von psychischen Störungen. Zahlreiche Zugangsbarrieren verringern die Inanspruchnahme von Psychotherapie. Dieses Symposium beleuchtet die Versorgung im kassenfinanzierten Regelsystem aus verschiedenen Blickwinkeln. Die Therapeutenperspektive greift einerseits die problematische Selektion von Patient:innen auf (Projekt Bielefeld), andererseits werden die Erfahrungen bei der Behandlung Geflüchteter thematisiert (Projekt Furchtlos Konstanz). Im 3. Beitrag wird die aktuelle Versorgungssituation beleuchtet sowie das Konstanzer Modellprojekt zur Integration Geflüchteter in die Regelversorgung vorgestellt. Im 4. Beitrag wird die Effektivität sowie die Perspektive einer neuen Berufsgruppe, der sog. Peers (Mitgeflüchtete), basierend auf einer qualitativen Befragung im Konstanzer Modellprojekt fokussiert. Die Diskussion soll die verschiedenen Perspektiven und Erfahrungen der Zuhörer:innen integrieren und Notwendigkeit der Weiterentwicklung des Versorgungssystems aufgreifen.


Planung und Moderation:Wolf Ortiz-Müller;

„Man-made disasters“ – dieses Kongressthema trifft im doppelten Wortsinn auf häusliche Gewalt, auf Stalking und letztlich auf alle Formen interpersoneller Gewalt im sozialen Nahraum zu. Überwiegend sind es Männer*, die zu den offenkundigen Verursachern dieser Traumata für die betroffenen Frauen* werden. Die Verletzungen gehen umso tiefer, als sie zumeist von einer (ehemals) geliebten Person verübt werden. „Are they mad or bad?“ – im Spannungsfeld dieser Frage bewegen sich psychosoziale Beratung und strafjustizielle Verfolgung. Die Istanbul Konvention erhebt neue Standards, welche Schutzmaßnahmen deutschlandweit und flächendeckend für Frauen* zu etablieren sind; und sie fordert zugleich den Ausbau von Täterarbeitsprogrammen. Die Betroffenen können sich Schutz und Unterstützung suchen – aber nur die Täter*innen können die Gewalt beenden. In dem Symposion stellen Einrichtungen aus Berlin und Hannover ihre Ansätze vor, mit denen sie beraterisch, therapeutisch und institutionell Vorgehensweisen entwickeln und praktizieren, um die bisherigen Versorgungslücken zu schließen.



Planung und Moderation:Melanie Plößer

Wenn viele Menschen politische, ökonomische und soziale Verhältnisse als unsicher(er) erleben, zeigt sich dies auch im Bedarf nach Beratung. „Men made desasters“ treffen auf die gleichzeitig erhöhte Norm, die eigene Identität und Lebensführung bei aller Pluralität selbstbestimmt zu „optimieren“ und Widersprüche individuell zu balancieren. Im Symposium diskutieren wir, dass zum einen der Umgang mit (von Ratsuchenden erlebter) Unsicherheit ein grundlegendes Bestimmungsmoment jeglicher Beratung ist. Zum zweiten blicken wir darauf, dass in der Beratung schon seit geraumer Zeit die Arbeit mit unsicheren oder „fluiden“ Identitätskonstruktionen an Bedeutung zunimmt. Trifft es zu, dass nun auf dritter Ebene auch Beratungsinstitutionen neuen Anfeindungen ausgesetzt sind, vor veränderten Fragen in ihrem Selbstverständnis stehen und Gewissheiten der Praxis ins Wanken kommen?