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Round-Table

Planung und Moderation:Marion Mayer, Samuel Thoma, Esther Lehnert, Friedemann Bringt
Datum:Samstag, 06.03.2021
Zeit:14:30 - 16:45 Uhr

Erfahrungen und Umgangsweisen in institutionellen und einzelberaterischen Settings.

Der Einzug der AfD in die politischen Gremien auf kommunaler, Landes- und Bundesebene geht mit einem Wandel des politisch und sozial Sagbaren einher. Der Ruck nach rechts ist auch in den Einrichtungen der psychosozialen Versorgung deutlicher wahrzunehmen. In Beratungssettings und vor allem in Gruppen-Kontexten werden diskriminierende und menschenverachtende Statements vorgetragen oder extrem rechte politische Positionierungen durch Symbole inszeniert.

In diesem RT geht es um einen Austausch zu dieser Entwicklung und der Frage wie damit in dem unterschiedlichen Arbeitskontexten umgegangen wird. Gemeinsam in einer Runde mit Expert_innen, die sich auf Beratungsebene mit den Phänomenen extrem rechter Orientierungen, gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und antidemokratischen Positionen befassen, sollen in dem RT Erfahrungen zusammengetragen und gemeinsam überlegt werden, was und wie psychosoziale Akteure und Einrichtungen proaktiv tätig sein können.

Planung und Moderation:Eileen Murray
Talkgäste:Lothar Duda, Günter Ruggaber (Kuratoren "Katchi")
Datum:Samstag, 06.03.2021
Zeit:12:45 - 13:30 Uhr

Sex als Thema im Pop-Song: Eine eigentlich naheliegende Verbindung der Interessensgebiete von Lothar Duda und Günter Ruggaber, nämlich der Sprach- bzw. Diskurskritik einerseits und der Sexualwissenschaft bzw. -therapie andererseits. Da kommt dann bei beiden noch die Freude an populärer Musik dazu und schon kann sich was ergeben. Erste Erfahrungen in der thematischen Sammlung von Pop-Songs sammelten beide im Zusammenhang mit dem 50-Jahr-Jubiläum der DGVT. Mit psycho tunes – Schräges, (Un-)passendes und Assoziatives zu den Themen aus 50 Jahren DGVT (https://open.spotify.com/playlist/2hoyR57b7w1zhWzqQSqBhV) wurde ein herausfordernder Dialog  mit der „offiziellen“ Playlist der DGVT-Aktiven geschaffen.

Eileen Murray will mit den beiden über ihr aktuelles Projekt „Katchi“ plaudern. Eine subjektive Zusammenstellung von Pop-Songs, die als Thema –im Text oder in der Musik!- Sexualität oder erotischen Ausdruck transportieren. Auf der Veranstaltung wird die Songzusammenstellung erstmals zum Nachhören präsentiert und öffentlich zur Verfügung gestellt und anhand eingespielter Beispiele soll das eine oder andere verdeutlicht werden.

Planung und Moderation:Miriam Mettler, Diana Schieck
Datum:Samstag, 06.03.2021
Zeit:10:15 - 12:30 Uhr

Bei den Begriffen „Hasskriminalität“ und „Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ denken die meisten Menschen an rechte Gewalt und Rassismus. Die Abwertung, Diskriminierung und Anfeindung von Menschengruppen sind jedoch keineswegs exklusiv an „nationale Gesinnung“ oder eine imaginierte „rassische Überlegenheit“ der Täter gebunden. Ähnliches findet anderswo auch aus anderen ideologischen Motiven statt. Im konservativ islamisch geprägten Kulturraum stellen „Ehre und Schande“ (Halal – Haram) zentrale Referenzen dar, die nicht selten zur Begründung von Feindbildern herangezogen werden.

Im Gegensatz zu rechten Legitimationsstrategien eigener Überlegenheit (z.B. durch Rasse, Blut und Boden), die in der psychologischen Fachliteratur spätestens seit Ende des 2. Weltkrieges thematisiert werden, ist „Gewalt im Namen der Ehre“ ein – wenn überhaupt – randständig von der Psychologie behandeltes Problem.

Die geplante Veranstaltung setzt sich zum Ziel, mögliche Auswirkungen dieses Phänomens auf die Genese gruppenbezogener Feindseligkeit zu diskutieren. Ausgehend von einer sozialpsychologischen Analyse soll die ideologische Grundlage der „Gewalt im Namen der Ehre“ herausgearbeitet werden.

Mit Blick auf empfohlene Strategien zum Umgang mit religiösem Extremismus im psychotherapeutischen Kontext, werden Bedürfnisse und Probleme von Psychotherapeut*innen und Sozialpädagog*innen vor dem Hintergrund religionsverbundener Konflikte diskutiert. Abschließend sollen Probleme, Chancen und Herausforderungen in der Praxis im Rahmen eines Fachgesprächs erörtert werden. Hierzu werden Naila Chikhi und Henna Tahir einen Einblick in ihre Arbeit geben.

Naila Chikhi (Sprach- und Kulturwissenschaftlerin), leitet Fortbildungen und Seminare für PädagogInnen sowie Gesprächskreise für junge weibliche Geflüchtete und Migrantinnen. Sie leitete BAMF-Integrationskurse, war Referentin für Flucht und Frauenrechte bei der Frauenrechtsorganisation TERRE DES FEMMES und Workshop-Leiterin bei MIND (Mansour-Initiative für Demokratieförderung und Extremismusprävention).

Henna Tahir (M.Sc. Pschologie), arbeitet bei MIND als Workshop-Leiterin an Schulen, hauptsächlich in Willkommensklassen von Berufsschulen in Bayern, Brandenburg und Berlin. Weiterhin leitet sie Fortbildungen für Lehrer*innen, Sozialarbeiter*innen und Psychotherapeut*innen zu den Themen patriarchale Familienstrukturen, Erziehung von Mädchen in konservativen muslimischen Communities sowie destruktive Ehrvorstellungen.

Planung und Moderation:Lothar Duda, Eugene Epstein, Thorsten Padberg, Manfred Wiesner
Datum:Samstag, 06.03.2021
Zeit:14:30 - 16:45 Uhr

Der Round Table vertieft die Thematik des gleichnamigen Symposions vom Vormittag.  Durch Beiträge aus literarischer, soziologischer und soziopolitischer Perspektive wurde dort die Diskussion zur Menschenbildfrage in der Psychotherapie eröffnet. Im Round Table wird u.a. folgenden Fragen nachgegangen: Welche Folgen haben unterschiedliche Menschenbildannahmen für Individuum und Gesellschaft sowie für Psychotherapie und Beratung? Inwieweit verschmelzen heutzutage Selbstoptimierung und Datafizierung der Psyche? Welche Folgen hat die Vermessung der Seele, die Fassung der Psyche als Algorithmus für die Verhaltensnormierung? Welche Möglichkeiten der Beschreibung psychischen Leids, psychischer Problemlagen jenseits des klassischen Vokabulars von Psychotherapie und Psychiatrie sind denkbar? Wodurch könnte die Dichotomie von „gesund“ und „krank“ überwunden werden? Welche Chancen bietet der narrative Ansatz für das Verstehen psychischer Beschwerden?  Warum könnte die Unbestimmbarkeit des Menschen eine sinnvolle Grundannahme für psychotherapeutisches Handeln und Beratung sein?

Die Referent*innen des Symposions (Julia von Lucadou, Werner Vogd & Till Jansen, Bernhard Echte sowie Usche Merk & Julia Manek) stehen auch in dieser Veranstaltung zusammen mit den Organisatorinnen von Symposion und Round Table als Diskutant*innen zur Verfügung. Als Advokat einer erneuerungswürdigen Psychotherapie erweitert der in der ambulanten psychiatrischen Versorgung tätige Hamburger Psychologe, Psychotherapeut und Supervisor Peter Bürger (angefragt) die Diskussion durch Einnahme einer zusätzlichen kritischen Perspektive. Angaben zu den Referent*innen und ihren Beiträgen finden sich unter den Angaben zum Symposion.

Planung und Moderation:Michaela Muermans, Ulrike Willutzki
Datum:Samstag, 06.03.2021
Zeit:10:15 - 12:30 Uhr

In unserer Kultur gewinnen Umweltschutz, eine vegane Ernährungsform und damit auch die Achtung vor Tieren immer mehr an Bedeutung. In Deutschland ernähren sich ca. 9 Millionen Menschen vegan/vegetarisch, die Zahlen steigen. Studien deuten darauf hin, dass Menschen, die sich vegan ernähren mehr Vertrauen in ihre Mitmenschen haben, toleranter und offen gegenüber neuen Erfahrungen sind. Welche Rollen dürfen/sollen Therapeut*innen zu diesem Thema einnehmen? Ist eine vegane Ernährungsform z.B. im Rahmen der Compassion Focused Therapy eine angemessene Intervention? Oder ist eine nicht wertende Haltung gegenüber den Patient*innen unabdingbar? Veganismus sogar schädlich? Im Rahmen eines Erfahrungsaustausches werden sich Psycholog*innen und Psychotherapeut*innen mit unterschiedlichem Background dazu austauschen.