WS 04: Die interpersonelle Mauer überwinden: CBASP (Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy) als schulenübergreifende Psychotherapie für chronisch depressive Patienten

DATUM: Mittwoch, 24.02.2016
ZEIT: 14:00 – 17:30 Uhr
PLANUNG UND MODERATION: Eva-Lotta Brakemeier, Simon Bollmann, Jan Spies (Berlin)

Chronisch depressive Patienten können für PsychotherapeutInnen oder ein stationäres Behandlungsteam aufgrund der Schwierigkeit, mit ihnen in eine offene, vertrauensvolle, konstruktive Beziehung zu treten, eine große Herausforderung darstellen. Diese Patienten erscheinen im therapeutischen Kontakt häufig besonders verschlossen, zurückhaltend, ängstlich, misstrauisch  bis hin zu passiv-aggressiv bzw. feindselig. Durch die Kenntnis ihrer frühen traumatisierenden Beziehungserfahrungen sind diese Verhaltensweisen oft erklärbar, jedoch behindern sie den Aufbau der Beziehung, den Therapiefortschritt und lösen in Psychotherapeuten nicht selten negative Emotionen aus.
Das Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy (CBASP) von James McCullough ist bisher die einzige Psychotherapie, welche spezifisch für diese Patientengruppe entwickelt wurde. Ausgehend von der Psychopathologie dieser Patienten werden in CBASP schulenübergreifend behaviorale, kognitive, psychodynamisch/analytische und interpersonelle Strategien integriert. Als besonders innovativ und hilfreich wird die Beziehungsgestaltung durch umsichtige Selbstöffnung des Therapeuten betrachtet.
Im Workshop  wird zunächst die spezifische Psychopathologie der chronischen Depression herausgearbeitet, die durch frühe traumatisierende Beziehungserfahrungen, eine Wahrnehmungsentkopplung sowie interpersonelle Probleme gekennzeichnet ist. Im weiteren Verlauf wird praxisnah, unterstützt durch Videobeispiele, Demonstrationen und Übungen gezeigt, wie die spezifischen CBASP-Strategien (Liste prägender Bezugspersonen, Übertragungshypothese, Interpersonelle Diskriminationsübung, Kiesler Kreis, Situationsanalyse, Diszipliniertes Persönliches Einlassen) direkt an dieser Psychopathologie ansetzen. Abschließend wird kurz die aktuelle Studienlage zur Wirksamkeit als ambulante und stationäre Therapie vorgestellt und diskutiert.