Eröffnungsveranstaltung

Kongresseröffnung und Begrüßung durch die DGVT (Vorstandsmitglied Rudi Merod) und die Kongressplanungsgruppe (Saskia Scholten)
Grußwort des Präsidenten der Freien Universität Berlin (FU) Professor Dr. Peter-André Alt
Grußwort der Bundespsychotherapeutenkammer

Festvortrag: Prof. Dr. Frank Neuner (Bielefeld)

Krieg, Folter und Familie: Menschen aus den dunkelsten Orten der Welt verstehen und behandeln

Der größte Teil der Menschheit hat nicht das Privileg in einer sozial, politisch und ökonomisch geschützten Umwelt aufzuwachsen. Gewalt und Verfolgung in zahllosen Konfliktgebieten sind an der Tagesordnung. Doch auch in scheinbar stabilen und ressourcenstarken Gesellschaften findet sich in einem erheblichen Anteil der Familien körperliche, sexuelle und emotionale Misshandlung. Derartige Erlebnisse sind toxisch für die Entwicklung von Kindern und traumatisch für Erwachsene. Die pathologischen Folgen sind vielfältig und lassen sich nur unzureichend mit den gegenwärtigen Diagnosesystemen der Psychiatrie beschreiben. Die wissenschaftliche Beleuchtung dieser dunklen Orte enthüllt die Intensität und Massivität der Traumatisierungen in der Gesellschaft und weist hin auf die Notwendigkeit pragmatischer Interventionen für Flüchtlinge genauso wie für Opfer von Kindesmisshandlung. Die erfolgreiche Versorgung von Traumaopfern erfordert ein Umdenken gegenwärtiger Strukturen.